Das praktische Jahr habe ich zur Hälfte in einer öffentlichen Apotheke und zur anderen Hälfte in der Industrie verbracht.

Los ging es in der Apotheke. Da ich schon eine Ausbildung zur PTA gemacht habe und auch neben dem Studium viel in der Apotheke gearbeitet habe, kam nicht so viel Neues auf mich zu.

Ich war hauptsächlich im Handverkauf tätig und habe die Kunden beraten und bedient. Des Weiteren konnte ich viel Erfahrung im Bereich der Rezepturen sammeln. Die Bearbeitung der AMK-Meldungen fiel ebenfalls in meinen Aufgabenbereich.

Die zweite Hälfte habe ich dann in der  pharmazeutischen Industrie im Bereich der Stabilitätsprüfung gemacht. Das war ein super angenehmer Wechsel zwischen Schreibtisch- und Laborarbeit.

Die Arzneimittel werden unter verschiedenen Klimabedingungen für einige Jahre gelagert. Nach 0, 3, 6, 9, 12, 18, 24 und 36 Monaten werden jeweils Proben entnommen und diese auf ihre Stabilität geprüft. Dabei habe ich unter anderem Reinheits- und Gehaltsprüfungen durchgeführt. Nach Probenaufarbeitung und der Herstellung von Referenzlösungen fand die Auswertung meist mittels HPLC statt. Des Weiteren habe ich Freisetzungsbestimmungen durchgeführt und mit dem Tablettenkontrollsystem gearbeitet, um die Härte und die Bruchfestigkeit der Tabletten zu bestimmen. Auch die Bestimmung des Trocknungsverlustes und der Gleichförmigkeit der Masse gehörten zu den Stabilitätsprüfungen dazu. Anschließend musste alles genau ausgewertet und dokumentiert werden.

Des Weiteren hatte man die Möglichkeit auch in die anderen Bereiche der Industrie hineinschauen zu können. Monatlich fand ein Vortrag der einzelnen Abteilungen statt, bei denen sich die Bereiche mit deren Aufgabengebieten vorgestellt haben. So bekommt man als Praktikant auch Einblicke, was es noch für Tätigkeitsbereiche in der Industrie gibt und was vielleicht noch zu einem selbst passen könnte.

Ich hätte vorher nie gedacht, dass es mir so viel Spaß bereiten würde, in der Industrie zu arbeiten. Ich kann es nur jedem empfehlen, die Zeit im praktischen Jahr so zu nutzen, auch andere Tätigkeitsbereiche außerhalb der Apotheke kennenzulernen.

Auch die flexiblen Arbeitszeiten, die man in der Industrie hat, sind ein riesen Vorteil. Ihr habt keine Wochenendarbeit und werdet zudem noch besser bezahlt.

Tipp für das praktische Jahr

Was ich euch auf jeden Fall empfehlen kann, ist den Qualitätszirkel der Apothekerkammer zu besuchen. In Berlin bietet die Apothekerkammer halbjährlich einen Qualitätszirkel direkt für Pharmazeuten im Praktikum an. Dort besprecht ihr speziell die Themen der Selbstmedikation, wie zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, Schlafprobleme, Schmerzen,
Erkältung und vieles mehr. Der Kurs ist sehr gut aufgebaut und es werden auch nur Themen besprochen, die euch interessieren. Ihr bekommt zum Einen mehr Sicherheit in der Beratung. Zum Anderen ist das auch eine gute Prüfungsvorbereitung für das dritte Staatsexamen.

Der Kurs fand bei mir einmal im Monat, montags von 9-12 Uhr statt.

Falls ihr an dem Kurs teilnehmen möchtet, dann vergesst nicht, euch rechtzeitig dafür anzumelden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.