Nachdem die erste Prüfung des 2. Examens überstanden war, hatte ich nun 2 Wochen Zeit, um mich auf Biologie vorzubereiten. Also ging es ans Pflanzen und derern Inhaltsstoffe einschließlich chemischer Formeln zu pauken. Die Tage vergingen wie im Fluge und ich fühlte mich so schlecht vorbereitet, wie noch nie.

Nachdem ich reinkam und den Zettel unterschrieben habe, dass ich mich gesundheitlich in der Lage fühle, die Prüfung zu vollziehen, bekam ich ein Gläschen mit einer Droge.

Hab es leider nicht gleich erkannt. Der Prüfer gab mir dann den Tipp, dass Männer diese sehr gern mögen. Bin dann gleich auf Hopfen gekommen.

Sollte ihm die Stammpflanze und die Familie nennen, sowie die Inhaltsstoffe und deren Wirkung. Sollte dann auch das Grundgerüst der Acylphloroglycinole aufzeichen. Er wollte dann noch wissen, was denn noch für Reste an dem Grundgerüst hängen würden (Isoprenreste).

Dann wollte er wissen, was man denn statt Hopfen in der Apotheke abgeben könnte. Meinte dann Baldrian. Da fragte er mich gleich, was man denn da beachten müsste – das die Wirkung erst nach 2 Wochen einsetzt. Die Kundin in der Apotheke möchte aber etwas, das sofort hilft. Meinte dann, dass man Melisse geben könnte.

Zu Melisse wollte er dann wieder die Inhaltsstoffe hören (Ätherisches Öl mit Citral, Lamiaceengerbstoffe). Er wollte dann noch hören, dass man nur sehr wenig Ätherisches Öl gewinnen kann und das es deshalb sehr teuer ist. Sollte dann sagen, von welcher Pflanze man alternativ das Citral gewinnen kann (Zitronengras). Er wollte dann noch wissen, wofür man Melisse noch anwenden kann. Stand da irgendwie auf dem Schlauch, bis ich darauf gekommen bin, dass es ja auch in Form von Cremes gegen Herpes angewendet werden kann. Er wollte dazu noch wissen, welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind (Lamiaceengerbstoffe, vor allem die Rosmarinsäure) und wie man sich den Wirkmechanismus erklären kann. Konnte ihm nicht wirklich sagen, wie der Mechanismus zu erklären ist, nur dass es aufgrund der phenolischen Struktur antimikrobiell wirkt.

Dann sind wir zum Thema Venenleiden gekommen. Was kann man da geben? Rostkastaniensamen. Sollte wieder Stammpflanze, Familie und Inhaltsstoffe nennen, sowie den Grundkörper der Triterpensaponine aufzeichen. Er wollte noch Alternativen hören…Mäusedorn (Stammpflanze, Familie und die besondere Stellung des Zuckers an Position 1). Dann wollte er noch hören, dass Rutosid (Flavonoid) bei Venenleiden angewendet werden kann und was man unterstützend machen kann. Er wollte da auf die Stützstrümpfe hinaus.

Dann sollte ich mir noch ein Alkaloid aussuchen. Hab Morphin genommen. Sollte dann sagen, von welcher Pflanze es stammt und wie es synthetisiert wird. Meinte dann aus Thyrosin. Er wollte dann noch die Schritte dazwischen hören (Thebain). Sind dann noch auf Codein gekommen. Da wollte er noch wissen, wer das nicht anwenden darf (Säuglinge) und was diese stattdessen nehmen könnten (Noscapin).

Das wars dann auch schon…

Die Prüfung war wirklich sehr angenehm. Beide haben immer geholfen und untereinander viele Späßchen gemacht, was die Atmosphäre wirklich gut auflockerte. Wichtig ist es einen guten Überblick zu haben und zu allem etwas sagen zu können. Wenn man mal nicht die Stammpflanze oder die Familie weiß, ist es auch nicht so schlimm. Hab mich vor Bio echt verrückt gemacht, aber mein Prüfer war ein super netter Prüfer und bewertet echt fair. Kann nur empfehlen, gleich zur Prüfung hinzugehen…ihr schafft das!!!